|
Am Samstag, den 10.09.2011 startete morgens um 06.00 Uhr wieder ein großer Bus von Twistringen aus, um die traditionelle Wallfahrt nach Telgte zu beginnen. In dieser Wallfahrt werden die Sorgen der Pilger und ihrer Familien mitgenommen, um sie in Telgte der schmerzhaften Mutter Gottes vorzutragen. Der Legende nach ist das Bildnis der schmerzhaften Mutter Gottes von Telgte einem Lindenbaum in Telgte entwachsen, die Tradition von Wallfahrten nach Telgte geht zurück auf das Jahr 1651. Zurück in die Gegenwart. Es war nicht das erste mal, dass Msgr. Molitor die Wallfahrtsgruppe begrüßte und mit dem Reisesegen in Richtung Telgte verabschiedete. Es war allerdings tatsächlich das Erste mal, dass er mit den Pilgern im Bus nach Westbevern fuhr, um diesen ersten Teil der Wallfahrt persönlich mit Gesängen und Gebeten zu begleiten. Und so fuhren wir singend und betend Westbevern entgegen, zwischendurch erklang immer mal wieder der schöne Kanon "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind". In Westbevern angekommen gab es erst einmal ein schönes Frühstück in der Gaststätte. So gestärkt ging es in der Kirche von Westbeverm mit einem Gottesdienst weiter, der wiederum von Msgr. Molitor geleitet wurde. Musikalisch umrahmt wurde die gesamte Wallfahrt erfreulicherweise wieder von Bernhard Beckmann, Manfred Bruns und Johannes Fieweger, die mit ihren Musikinstrumenten stets für die richtigen Töne unterwegs und beim Gottesdienst sorgten. Das musikalische Highligt war die Walddarbietung von "Meerstern ich dich Grüße", die von den Wallfahrern und zufällig vorbeiradelnden Passanten mit viel Applaus bedacht wurde. Nachdem wir also in Westbevern den Gottesdienst gefeiert haben, ging es auf den knapp 8 km langen Fußmarsch nach Telgte, der uns entlang schöner Feld- und Waldwege führte. Dieser Fußmarsch wurde inhaltlich von Anna Niem gestaltet, unsere Pastoralreferentin war ebenfalls das erste Mal dabei, und erfreute die Pilger mit schönen Lesungen, modernen Gebeten, vor allem aber durch ihre wunderbare Stimme, die sie im laufe des Tages immer mal wieder zur Freude der Gläubigen und sicher auch der Gottesmutter erklingen ließ. So durchquerten wird also singend und betend Wald und Flur, wo uns an der "Doppelmühle" eine unerwartete Wegsperrung überraschte, die ein Problem für das Begleitfahrzeug darstellte. August Tegge fuhr nämlich wieder - wie schon seit vielen Jahren - dankenswerter Weise mit dem Gemeindebulli hinter der Prozession her, um notfalls erschöpfte Pilger aufzunehmen, oder auch kleinere Blessuren zu behandeln. Als geübter Fahrer konnte er die Sperre umfahren, und wir setzten die Prozession fort, nachdem wir August für seine Leistung und sein Engagement kräftig applaudiert haben. So erreichten wir schließlich nach etwa 2 Stunden Fußmarsch den Wallfahrtsort Telgte,
wo wir zunächst in die Gnadenkapelle einzogen, in der die Mutter Gottes von Telgte zu Hause ist. Hier konnten wir nun in einer Andacht unsere Sorgen und Nöte vor die Gottesmutter bringen, Fürbitte halten und uns auch für positive Impulse bedanken, die wir auf die Fürsprache der Gottesmutter zurückführen konnten. Diese Andacht endete mit einem von Anna Niem dargebrachten "Ave Maria", das unter die Haut ging. Ebenso unter die Haut ging Anna's Erklärung, wie sie vor fast genau 10 Jahren zum Glauben gefunden hat, der bis dahin in ihrem Leben keine große Bedeutung hatte. Nach so vielen Eindrücken und Emotionen bedurfte es eines zünftigen Mittagessens, um Körper uns Seele wieder in Einklang zu bringen. Das Wetter war phantastisch, sodass die meisten Pilger sich für ein Mittagessen im Freien
entschieden - aber bitte im Schatten! Bis 14.00 Uhr war Wallfahrtspause, dann ging es mit dem Kreuzweg weiter, der in Telgte wunderbar neben der Ems in einem Park gelegen ist. Und wieder wurden
wir Wallfahrer mit neuen Texten und schönen Liedern überrascht, die Anna Niem mit und oder auch für uns vortrug. Wer mochte hatte in der Mittagszeit oder nach dem Kreuzweg noch kurz Gelegenheit
den "Mariä-Geburts-Markt" zu besuchen, eine Kirmes, die immer am 2. Septemberwochenende in Telgte eröffnet wird.
Gegen 15.45 Uhr trafen wir uns dann wieder für den Rückmarsch nach Westbevern, bevor es jedoch los ging versammelten wir uns für ein Gruppenfoto neben der Gnadenkappelle, wo die Jahreslosung
2011 angeschlagen steht "Zur Hoffnung berufen". Sodann begaben wir uns unter den bekannten Gesängen wieder auf den Heimweg, der uns zunächst wieder nach Westbevern führte. Auf dem Rückweg hielten wir bei den Wegkreuzen kurz an, um dort jeweils eine kleine Betrachtung abzuhalten. Wiederum 2 Stunden nachdem wir Telgte verließen, erreichten wir Westbevern, wo zufällig gerade die Glocken
zum Vorabendgottesdienst läuteten. Und der Empfang sollte noch freundlicher werden, ein Anwohner aus Westbevern hielt einen großen Karton Birnen bereit, aus dem heraus sich jeder von uns bedienen
durfte - eine überaus freundliche Geeste! Sodann stiegen wir wieder in den großen Bus, um mit etwas platteren Füßen uns bei warmer Witterung leicht durchgeschwitzt wieder nach Twistringen zu fahren,
wo die heimischen Glocken von St. Anna eine gute halbe Stunde länger für uns läuteten, als geplant, da wir einfach ein klein wenig Verspätung hatten. Machte aber nichts.
In der heimischen St.-Anna-Kirche wurden wir von daheim gebliebenen abgeholt und erwartet, zunächst gab es aber die traditionelle Schlußandacht mit sakramentalem Segen, die wieder von Msgr. Molitor
geleitet wurde. Die mitgebrachte Telgter Kerze wurde an der Osterkerze entzündet und auf den Altar gestellt, die mitgebrachten Devotionalien gesegnet, der sakramentale Segen erteilt und abschließend "Großer Gott wir loben Dich" belgeitet von unserem Pilgerblasorcheter, der Orgel und den Schellen der Messdiener gesungen, sodass wir gestärkt für die nächste Zeit das Gotteshaus verlassen konnten.
Den vielen Helfern, vor allem den ungenannten, die zum Gelingen dieser Wallfahrt beigetragen haben, sein ein herzliches vergelt's Gott ausgesprochen!
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Thamm
|