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300 Jahre Barockmonstranz in Twistringen
Eine auf vergoldetem Silber angebrachte Widmung zeigt uns an: Für diese Monstranz hat der Baron Bruno von Mengersheim (Kreis Höxter/Weser) dem Pastor Meinolf Grefen im Jahre 1711 fünfzig Reichstaler gespendet.
Warum er dieses getan hat, ist uns leider nicht übermittelt worden. Das kostbare Zeigegefäß ist überreich bearbeitet und geschmückt. Im oberen Teil zeigt sie die Dreifaltigkeit: Gott Vater (mit der Weltkugel), Gott Heiliger Geist (als Taube) und Gott Sohn (am Kreuz) an. Im mittleren Bereich vermuten wir die Hl. Anna (rechts, mit dem Buch) und ihre Tochter, die Hl. Maria (mit der Lilie). Engelsgestalten und eine belebte Ornamentik vervollständigen dieses einzigartige Schmuckstück und Glaubenszeugnis.
Der Stifter, Baron Bruno von Mengersheim (heute: Mengersen/Rheder) hat sein Adelsgeschlecht erfolgreich nach vorn gebracht, u. a. durch eine Fürstliche Dampfbrauerei, die bis heute regional hochgeschätzte Biere produziert. Zugleich ist er ein großer Mäzen kirchlicher Bauten in seiner Umgebung gewesen.
Die Monstranz hat - so kostbar sie ist - eine dienende Funktion. In der Fronleichnamsprozession etwa nimmt sie in der gewandelten Hostie Christus selber auf. All ihre Pracht kann nicht die Bedeutung des unscheinbaren mitgebrachten Brotes übertreffen: Wir Katholiken glauben daran, dass Christus selber in diesem Brote gegenwärtig ist. Darum singen wir “Lasset uns anbeten”, “Tantum ergo”, “Lauda, Sion”, “Deinem Heiland, deinem Lehrer”, “Gott ist gegenwärtig” und wie all die Sakramentslieder heißen.
Ihren festen Platz hat die Monstranz in der Krankenhauskapelle. An jedem Herz-Jesu-Freitag dient sie für die Aussetzung des “Allerheiligsten”, mit ihr wird die Gemeinde gesegnet.
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